Programmiererfahrung: NULL 🦘 Vibe-Coding-Tagebuch: Instagram-Ads-Edition
Anders als die selbsternannten Erfolgs-Gurus, die sagen „Glaub an dich und folge mir”, dokumentiert dieses chaotische Känguru 🦘 Kang Geol-woo die Freuden, das Leid und die Verzweiflungstaten eines echten Vibe Coders — live und ungefiltert.
So, ich habe meinen ersten Werbepost auf Threads für japanische Nutzer hochgeladen. Darf ich jetzt Pause machen? Es ist Wochenende!
Ich habe kurz die Augen zugemacht, und als ich aufwachte, hatte dieser japanische Werbepost — derselbe, für den ich meine eigenen Prinzipien über Bord geworfen hatte — sage und schreibe rund 100 Aufrufe.
So geht das nicht weiter. Was jetzt? Gut — dann halt bezahlte Werbung. Wo? Instagram. Los geht’s.
Und so habe ich vor gerade mal zehn Minuten Instagram-Anzeigen für COALA-LiVE in sechs Ländern geschaltet. Dieser Beitrag ist mein Protokoll, damit ich nicht vergesse, was ich da gerade gemacht habe.
Erneut bleibt nur ChatGPT als Vertrauensperson
Ich mache genau dort weiter, wo ich aufgehört habe — in derselben ChatGPT-Sitzung, die ich heute früh für den japanischen Threads-Post genutzt habe.
„Such mir die besten Länder raus, in denen ich COALA-LiVE auf Instagram am günstigsten bewerben kann.”
Aus den 28 von COALA-LiVE unterstützten Sprachen stellt ChatGPT eine Liste der Länder mit den niedrigsten Video-Anzeigenkosten zusammen und erklärt die Logik dahinter. Auf der Shortlist stehen unter anderem 🇮🇳 Indien — englischsprachig, aber mit extrem niedrigem CPC —, der arabische Testmarkt 🇪🇬 Ägypten und die Bevölkerungs-Großmacht Südostasiens 🇮🇩 Indonesien.
Die Länderliste steht, jetzt werden die Werbevideos lokalisiert. Ich starte CapCut und baue die von ChatGPT generierten Texte in jeder Sprache ein. Lesen kann ich davon ehrlich gesagt nichts — ChatGPT könnte auch „Diese App ist Müll” reingeschrieben haben, und ich würde es nicht merken. Aber was soll’s, die KI ist gerade das einzige Gehirn, auf das ich mich verlassen kann.
Anders als bei den Videos, die ich dem ersten japanischen Threads-Post angehängt hatte, lege ich diesmal meinen eigenen Soundtrack als Hintergrundmusik drüber. Meine Überlegung: Da ich sowieso für die Anzeigen bezahle, wird die Plattform die Reichweite nicht drosseln, nur weil das BGM urheberrechtlich geschützt ist. Und ehrlich gesagt wirkt eine Werbeanzeige mit Hintergrundmusik einfach weniger seltsam.
Bildunterschriften verfassen und Gutscheincode einbauen
Die Anzeigen sind fertig, jedes lokalisierte Video wird als eigenständiger Instagram-Post veröffentlicht — also frage ich ChatGPT erneut nach den Beschreibungstexten. Ich bin gerade am Einfügen, als mir auffällt: Da fehlt noch was.
Ich springe zum COALA-LiVE-Admin-Dashboard und generiere einen Gutscheincode für 200 Gratis-Minuten. Für das indische Publikum nenne ich ihn EAT_PRAY-LOVE-APRIL — ein kleiner Bollywood-Gruß — und hänge ihn unten an den Text.
Konto auf Creator umstellen und Budget verbrennen
Alle Zutaten sind vorbereitet. Ich öffne Instagram und stelle das Konto von Personal auf Creator um — ohne das lassen sich keine Anzeigen schalten.
Nächster Schritt: Zahlungsmittel. Ich fingere die nagelneue Firmenkreditkarte aus dem Portemonnaie — verknüpft mit dem Geschäftskonto von Kang Geol-woo Works bei KakaoBank, erst vorgestern angekommen — und registriere sie.
Und dann… das Budget. Ich bin blank. Aber gerade jetzt muss man mutig investieren. Gesamtbudget: rund 340 € — pro Land schätze ich ca. 10 €/Tag × 7 Tage.
Pro Land erstelle ich zwei Anzeigen mit denselben Einstellungen: eine Uni-Online-Kurs-Version und eine Online-Interview-Version. Der Plan: zwei Tage beobachten, die Version mit dem niedrigeren CPC behalten, die andere abschalten.
Puh. Geschafft.
Den Rest übernimmt Kookaburra
Letzter Schritt: Ich rufe Kookaburra über Slack — unseren KI-Mitarbeiter für Marketing bei Kang Geol-woo Works. Ich erkläre, in welchen Ländern ich welche Kampagnen gestartet habe und unter welchen Bedingungen. Kookaburra schimpft, dass ich nicht vorher gefragt habe.
Aber die Schmollphase hält nicht lange — bald sagt er zu, den Nutzerverkehr ab sofort stündlich zu prüfen. Damit ist der Anzeigenstart offiziell abgeschlossen. Jetzt muss ich das Ganze nur noch für den Blog aufbereiten.